Hier können Sie uns mal kennenlernen…

Ob Kultur, Erholung oder kulinarische Genüsse: In Kassel können Sie sich auf viele unvergessliche „Wow!“-Erlebnisse freuen. Doch wie sind eigentlich die Menschen, die hier leben? Was zeichnet den Kasseler Ureinwohner aus und vor allem: Kann man ihn auf Anhieb verstehen? Nachfolgend haben wir einige wertvolle – wenn auch nicht immer bierernst gemeinte – Hinweise für einen erfolgreichen Erstkontakt mit Kasselänern, Kasselanern und Kasselern für Sie zusammengestellt…

Wie er wurde, was er ist

Der heutige „Kasseläner“ (umgangssprachliche Bezeichnung für einen in Kassel geborenen Menschen, dessen Eltern ebenfalls in Kassel geboren sind) hat möglicherweise mehr mit dem germanischen Volksstamm der Katten zu tun, als es ihm selber bewusst ist. Denn ohne Zweifel ist der Kasseläner gleichzeitig auch ein Hesse – und dieser Begriff wiederum hat sich aus dem Namen der „Ur-Hessen“ entwickelt: Chatti (ca. 100 n. Chr.) → Hatti → Hazzi → Hassi (um 700 n. Chr.) → Hessi (738 n. Chr.) → Hessen.

Verhalten in der Öffentlichkeit
Von allen Germanen beherrschten die Katten die Kunst des Krieges am besten – und wer schon mal mit einem Nordhessen gestritten hat, weiß das. Wie römische Legionäre führten sie ihr Marschgepäck mit sich und standen stets in fester Schlachtordnung (wenn Hessen eine Kneipentour machen, ist das genau so). Sie übertrugen das Kommando nur ausgewählten Mannen, hörten auf die Befehle ihrer Heerführer und kannten geordnete, militärische Verbände (wenn der Hesse sich im Verein organisiert, ist es exakt derselbe Ablauf).

In Kassel wird „gemährt“
Im Alltag teilen die ehemaligen Katten im Norden von Hessen ein gemeinsames Hobby, das sie leidenschaftlich und am liebsten in geselliger Runde ausüben: Tatsachen erörtern – und zwar so ausführlich wie möglich und so oft, wie es geht. Man könnte es auch meckern nennen, oder „mähren“, wie der Nordhesse sagt. Und „gemährt“ wird in und um Kassel, was das Zeug hält: Ist das Wetter zu schlecht, sollte schleunigst die Sonne scheinen und wenn die Sonne scheint, hat der Garten dringend mal wieder Regen nötig. So sind sie halt, die Nord-Katten. 

Das kann sich hören lassen

Auch sprachen die Katten in für uns aus heutiger Sicht fremden Zungen. Eine Eigenschaft, die den heutigen Nordhessen und damit den Kasseläner ebenfalls auszeichnet. Wer schon mal in Kassel nach dem Weg in die Innenstadt gefragt hat, hört bisweilen Sätze wie „Wo kimmest du dann her“ und „Alszus gradeuss un dann fraachste nomma“. Nebenbei: Der heutige Nordhesse bleibt stets sachlich, wenn es um Frauen geht – oder eher sächlich, denn egal, wie eine Frau in Kassel heißt, hier fangen alle Frauennamen mit „s“ an: ’s Gisela, ’s Claudia, ’s Hedwig usw. Mit besagtem „s“ kürzt der Nordhesse in diesem Fall den sächlichen Artikel „das“ ab. „Nu schigged’s awer bahle“ würden Sie jetzt vielleicht sagen – wenn Sie wüssten, was der Kasseläner damit meint. Wir sagen’s Ihnen: „Jetzt reicht es aber bald“.

Damit Sie in Kassel nicht nur „ICE-Bahnhof“ verstehen, wenn Sie nach dem Weg fragen, bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel: Einfach mal klicken und reinhören...

documentaKasselänerisch: „De doggemenda“

Ich habe einen erweiterten KunstbegriffKasselänerisch: „Kunnsd is das, was ich selwer nidd kann“

Aus welcher Gegend stammen Sie?Kasselänerisch: „Wo kimmesd Du dann her?“

Gehen Sie die Straße bitte weiter runterKasselänerisch: „Als runnerzus“

Er hat mir Bescheid gesagtKasselänerisch: „Hä hodd mir ’s Wörtchen gesprochen“

Ich habe gerade keine ZeitKasselänerisch: „Ich honn jetz kinne Zeid zum Schnuddeln“

Sie sollten sich ein wenig beeilenKasselänerisch: „Kimmest Du dann baahle, mahr hinne!!“

Das habe ich bereits gewusstKasselänerisch: „Bruchsde mir gaa nidd zu erzäähln“

Schau mal, ein MarienkäferKasselänerisch: „Ach gugge, 's Muhküfchen“

Verlassen Sie bitte den BürgersteigKasselänerisch: „Geh’ ma runner vom Drottoaare (Trottoire)“

Jetzt bin ich wirklich erstauntKasselänerisch: „Kerle, wie dann, hööre ma“

Fahren Sie bitte fortKasselänerisch: „Als weiter“

Auf die Kalkulation habe ich keinen EinflussKasselänerisch: „Ich honn de Preise nidd gemacht“

Sie meckern mir ein wenig zu vielKasselänerisch: „Du aahler Gnäädebiedel“

Elisabet reist regelmäßig nach BibioneKasselänerisch: „’s Lisbeth macht ja jedes Jahr nach Bibione runner“

Berliner
hamburger
Kasseläner

Berliner, Hamburger oder Kasseler?

In Kassel trifft sich die Welt. Neben Berlinern, Hamburgern, Parisern oder Amerikanern hebt sich ein Kasseler als bodenständige Größe im Weltgeschehen mit einer gewissen störrischen Zeitlosigkeit ab. Kasseler oder Kassler, in Österreich auch Selchkarree und in der Schweiz geräuchertes Rippli genannt, ist ein gepökeltes und leicht geräuchertes Schweinefleisch. Die berühmte „Ahle Worscht“ – das eigentliche Nationalgericht des Nordhessen – stammt ebenfalls vom Schwein.

Vom Apfelchampagner über's Honigbier bis zum Kasseler Hornaffen (ein Gebäck, das schon die Brüder Grimm liebten) gibt es auch kulinarisch in Kassel viel zu entdecken. Hamburger und Berliner gibt´s natürlich auch, aber dafür fährt man doch nicht nach Kassel!

Apropos „Kasseler“: Mit diesem Begriff werden zugezogene Einwohner der Stadt bezeichnet, die nicht in Kassel geboren sind. „Kasselaner“ dagegen darf sich nennen, wer gebürtig aus der documenta-Stadt kommt. Die Bezeichnung „Kasseläner“ ist all denen vorbehalten, die mindestens in zweiter Generation aus Kassel stammen, also Eltern oder auch weitere Ahnen vorweisen können, die ebenfalls in Kassel das Licht der Welt erblickt haben…

Eigenartig einzigartig

Weltkultur trifft auf Pragmatismus: Trotz ihrer vermeintlichen Kratzbürstigkeit steckt in den Katten bzw. Hessen jede Menge Erfindergeist. So wurde hier schon vor rund 400 Jahren ein Gegenstand erfunden, der heutzutage kaum noch aus dem Alltag wegzudenken ist: 1585 baute der Uhrmacher Jost Bürgi die erste Uhr mit Sekundenzeiger. Erfindungen rund um das Thema Zeit scheinen den Katten im Blut zu liegen: Vor 56 Jahren versuchte der spätere Kasseler Bürgermeister Heinz Hille den Mangel an Parkplätzen in seiner Heimatstadt zu beheben und erfand kurzerhand eine geniale Möglichkeit der Parkzeitbegrenzung. Auch, wenn er seine Idee nie patentieren lassen hat, gilt der kluge Katte als Erfinder der Parkscheibe in Deutschland.

Nachschlag

Es ist ja eigentlich ein Sakrileg, aber wenn der Nordhesse was will, dann tut er's einfach. Und so haben wir den Klassiker "Dinner for one" endlich in einen Sprachduktus überführt, der hier wirklich verstanden wird. Aber sehen Sie selbst...

Dinner for one auf Nordhessisch.png